Die Wall Street zeigte sich nur 1929 und 2000 so: Was bedeutet das für Bitcoin?

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Die Wall Street zeigte sich nur 1929 und 2000 so: Was bedeutet das für Bitcoin?

Das Shiller-CAPE-Verhältnis für den S&P 500 liegt aktuell zwischen 40 und 42 und nähert sich damit dem Rekord von etwa 44, der Ende der 1990er-Jahre während der Dotcom-Blase erreicht wurde.

Dieser Wert sorgt für eine seltene Bewertung von Aktien und Bitcoin-Halter haben dadurch einen Grund, darauf zu achten.

Was das CAPE-Verhältnis tatsächlich misst

Das zyklisch adjustierte Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz CAPE, teilt einen Index durch den Durchschnitt der inflationsbereinigten Gewinne der letzten zehn Jahre. Dieses Verfahren wurde von dem Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelt, um kurzfristige Verzerrungen auszugleichen.

Die Methode ist wichtig für die Deutung. Ein Zeitraum von zehn Jahren filtert vorübergehende Aufschwünge und Abschwünge heraus und gibt somit einen längeren Überblick als herkömmliche Bewertungskennzahlen.

Die Vergangenheit zeigt ein ungünstiges Muster. Wenn das Verhältnis über längere Zeit über 30 lag, waren die realen Zehnjahresrenditen für US-Aktien meist gering oder sogar negativ.

Vor allem zwei Hochpunkte stechen heraus. Sowohl 1929 als auch 2000 folgten deutliche Markteinbrüche, wobei der genaue Zeitpunkt in beiden Fällen unterschiedlich war.

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S&P 500 Shiller KGV – Historische Entwicklung. Quelle: multpl.comS&P 500 Shiller KGV – Historische Entwicklung. Quelle: multpl.com

Die aktuellen Werte stehen an zweiter Stelle nur hinter der Technologieblase. In keiner anderen Zeit der Datenreihe waren die Bewertungen derart überdehnt. Es gilt jedoch ein wichtiger Vorbehalt: Teure Märkte können über Jahre teuer bleiben, daher eignet sich das Verhältnis schlecht als Timing-Indikator.

Das Verhältnis zeigt vielmehr Wahrscheinlichkeiten an. Hohe Werte erhöhen die Chancen auf geringere künftige Renditen und ein größeres Verlustrisiko, falls Gewinnwachstum oder Liquidität enttäuschen.

Die zwei gegensätzlichen Argumente für Bitcoin

Bitcoins Bezug zu diesem Umfeld ist tatsächlich vielschichtig. Jüngste Zyklen zeigen, dass der Coin als risikoreiches Asset wie Technologiewerte eingestuft wird.

Korrelationen bestätigen dieses Muster. In früheren Risk-Off-Phasen fiel Bitcoin zusammen mit Aktien, statt einen Schutz vor Kursverlusten zu bieten.

Daraus ergibt sich eine nahe liegende Folgerung: Eine starke Korrektur bei überhöhten Bewertungen kann Bitcoin unter Druck setzen, da Investoren spekulative Positionen verringern. Ein gegenüberstehendes Narrativ spricht für die andere Richtung: Bitcoin wird auch als digitales Gold gesehen und damit als alternativer Wertspeicher.

Bitcoin is 87% correlated to global liquidity. The NASDAQ is 97% correlated.

Which tells you something most people never realise. These assets are not really trading on earnings, or news, or whatever the story of the week is. They’re tracking the amount of money in the system.… pic.twitter.com/lWFjzm7dcg

— Raoul Pal (@RaoulGMI) July 27, 2026

Diese These gewinnt unter bestimmten Bedingungen an Bedeutung. Anhaltend hohe Aktienbewertungen, in Kombination mit steigender Staatsverschuldung, können Kapital in seltene, nicht korrelierte Vermögenswerte lenken.

Historische Beispiele liefern eine teilweise Bestätigung. In einzelnen Phasen von Aktienstress schnitt Bitcoin besser ab, meist jedoch erst nach der ersten Risk-Off-Phase.

Das Verhältnis ist keine Prognose

Mehrere Faktoren entscheiden, welches Muster sich am Ende durchsetzt. Die Entwicklung der Zinssätze, die Beständigkeit des KI-basierten Gewinnwachstums und globale Liquiditätsbedingungen spielen eine Rolle.

Bitcoins eigene Kennzahlen sorgen für eine weitere Ebene. On-Chain-Aktivitäten und Trends institutioneller Annahme können die Verbindung zu Aktienmärkten abschwächen oder verstärken. Diese doppelte Zuordnung erklärt die Unsicherheit.

Bitcoin fungiert gleichzeitig als spekulatives Risiko-Asset und als potenzielle geldpolitische Alternative. Dies eröffnet verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft.

Das Verhältnis als konkrete Prognose zu behandeln, wäre jedoch ein Fehler. Hohe CAPE-Werte sind Teil des Gesamtbilds, geben aber keinen festen Kursverlauf vor. Marktregime wechseln häufiger, als es viele Modelle annehmen. Korrelationen der letzten Zyklen können in der nächsten Phase nicht mehr gelten.

Bitcoin (BTC) Kursentwicklung. Quelle: BeInCryptoBitcoin (BTC) Kursentwicklung. Quelle: BeInCrypto

Für die Praxis bedeutet das: Vorsicht ist besser als Überzeugung. Hohe Bewertungen deuten auf eher bescheidene Renditechancen für Aktien hin, wobei Bitcoin sowohl Korrelationsrisiken als auch langfristige Möglichkeiten bietet.

Keine der beiden genannten Varianten ist garantiert. Das Verhältnis gehört als ein Teil zu einem größeren Rahmen mit Faktoren wie Liquidität, Adoption und Zinserwartungen und steht nicht für sich allein.

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https://www.youtube.com/watch?v=N5O6ddvo0h0

Lesen Sie die Originalgeschichte Die Wall Street zeigte sich nur 1929 und 2000 so: Was bedeutet das für Bitcoin? von Luis Blanco auf de.beincrypto.com