KI-Unternehmen deckt Fehler im Ledger auf: CTO bezeichnet Warnung nach stiller Behebung als Panikmache

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KI-Unternehmen deckt Fehler im Ledger auf: CTO bezeichnet Warnung nach stiller Behebung als Panikmache

Ein Sicherheitsunternehmen für künstliche Intelligenz (KI) hat öffentlich auf einen Fehler in der Ledger-Ethereum-App hingewiesen. Ledger gibt an, den Fehler zwei Wochen zuvor bereits stillschweigend behoben zu haben.

Technikchef Charles Guillemet bezeichnete die Veröffentlichung als Angstmacherei. Das Update wurde am 12. August mit einer kurzen Notiz, aber ohne Sicherheitshinweis veröffentlicht.

Was der Fehler in der Ledger-Ethereum-App tatsächlich bewirkte

Ledger gibt ein zentrales Versprechen: Der Bildschirm zeigt Ihnen, was Sie unterschreiben. Dieses Versprechen nennt Ledger „Clear Signing“. Damit werden rohe Transaktionsdaten in verständliche Begriffe direkt auf dem Gerät angezeigt.

TestMachine berichtet, einen Weg gefunden zu haben, dies zu umgehen. Das Unternehmen entwickelt eine KI namens Azimuth, die Schwachstellen in Smart Contracts sucht. In eigenen EVMBench-Tests erkennt Azimuth 86,3% der bekannten Fehler und hat etwa 2,7% falsche Treffer.

Found by Azimuth during an autonomous scan of the Ledger Ethereum app. Validated on Flex. Shared and verified with the team. Declining any bounty. Same shared APDU/UI code across Nano X, Nano S Plus, Stax, Apex.

The power of always on security https://t.co/fH5mO97Kkp

— TestMachine (@testmachine_ai) August 22, 2026

Hier ist der Fehler einfach erklärt: Eine bösartige Webseite konnte dem Gerät einen zweiten Befehl senden, während Sie den ersten noch überprüften.

Der Kommunikationskanal zwischen Browser und Gerät heißt Application Protocol Data Unit, kurz APDU. Dieser blieb während der Überprüfung offen und akzeptierte den Austausch.

Sie sahen auf dem Bildschirm eine kleine Überweisung, tippten auf „Genehmigen“ und unterschrieben in Wirklichkeit eine unbegrenzte Token-Freigabe an eine fremde Person.

Genau das ist der kritische Punkt. Chainalysis hat ermittelt, dass seit Mai 2021 ungefähr 1 Milliarde USD in Kryptowährung durch Freigabe-Phishing gestohlen wurden. Die Opfer unterschrieben diese Freigaben selbst.

TestMachine gibt an, den Fehler an einem Ledger Flex bestätigt zu haben. Ledger hat mehr als sieben Millionen Geräte in 180 Ländern verkauft.

Ledgers Donjon-Team sagt, es war zuerst

Guillemet stellt die Reihenfolge um. Donjon ist Ledgers internes Hacking-Team. Nach seinen Angaben entdeckte Donjon den Fehler selbst mit eigenen KI-Tools und brachte die Korrektur zuerst heraus.

Das öffentliche Changelog bestätigt das Datum: Version 1.22.2 wurde am 12. August veröffentlicht. Die Sicherheitsnotiz dazu lautet lediglich: „Security issues“.

Donjon hat bisher 22 nummerierte Sicherheits-Bulletins veröffentlicht. Keiner davon behandelt diesen Fehler. Das Neueste, datiert auf den 4. Juni, beschäftigt sich mit einem Monero-Key-Recovery-Problem.

Dieses Schweigen nutzte TestMachine. Ledger hat die Lücke geschlossen, aber die Halter nicht darüber informiert.

Guillemet kritisiert besonders den Umgangston. Laut ihm hat TestMachine das Prämienprogramm erst kontaktiert, nachdem der Patch bereits ausgeliefert war. Es erfolgte kein direkter Kontakt mit dem Prämienteam.

„...Dann haben sie einen Thread veröffentlicht, der suggeriert, das Problem sei ungelöst. Das stimmt nicht. Das ist keine Sicherheitsforschung. Das ist eher Angsterzeugung, um Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagte Charles Guillemet, Ledger-CTO dazu.

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TestMachine lobte die schnelle Fehlerbehebung und lehnte die Belohnung ab. Ledger zahlt Prämien in Bitcoin und legt die Höhe von Fall zu Fall fest.

KI fand den Fehler zweimal, doch Menschen stritten weiter

Beide Seiten nutzten maschinelles Lernen und kamen so auf den gleichen Fehler. Das ist der Punkt, der interessant bleibt.

Ledger hat diese Position bereits zuvor vertreten. Die Führungskräfte betonen seit Monaten, dass KI-Angreifer Wallets stärker gefährden als Hardware-Schwächen.

Guillemet setzt vor allem auf Disziplin.

„KI-gestützte Forschung macht das Ökosystem nur sicherer, wenn die Menschen dahinter sich an grundlegende Sicherheitsprinzipien halten. Verantwortlich offenlegen. Vor der Veröffentlichung überprüfen. Nicht Lärm mit einem Fund verwechseln.“

So ein Streit ist bekannt. Sicherheitsfirmen haben bereits nach Angriffen auf ein Trezor-Gerät lautstark informiert oder CertiK-Forscher hatten 2024 Streit mit Kraken über Offenlegungsbedingungen.

Auch der Fehler ist ähnlich. Im Januar 2021 hatte Donjon schon berichtet, dass die gleiche Ethereum-App Transaktionsdaten für nicht unterstützte Vermögenswerte nicht korrekt anzeigte. Gleiche App, gleiche Lehre: Was angezeigt wurde, war nicht das, was unterschrieben wurde.

KI findet solche Fehler mittlerweile in wenigen Stunden. Anbieter und Forscher koordinieren aber immer noch in menschlichem Tempo. Diese Lücke sorgt für solche Konflikte.

Für Halter ist die Lösung einfach: Öffnen Sie Ledger Live, aktualisieren Sie die Ethereum-App und prüfen Sie, ob die Version 1.22.2 installiert ist.

Lesen Sie die Originalgeschichte KI-Unternehmen deckt Fehler im Ledger auf: CTO bezeichnet Warnung nach stiller Behebung als Panikmache von Lockridge Okoth auf de.beincrypto.com