BlackRock-Chef Larry Fink warnt vor anderem KI-Risiko, nicht vor einer Blase

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BlackRock-Chef Larry Fink warnt vor anderem KI-Risiko, nicht vor einer Blase

BlackRock-Chef Larry Fink weist auf ein anderes Risiko beim Boom der künstlichen Intelligenz (KI) hin. Er warnt, dass staatliche Defizite und eine starke private Nachfrage aus der Technologiebranche um begrenztes Kapital konkurrieren. Das könnte dazu führen, dass Kredite für Hauskäufer und Unternehmen teurer werden.

In einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal bezeichnet Fink den aktuellen Wettbewerb um Kapital als den größten, den er in 50 Jahren im Finanzbereich erlebt hat.

Staatliche Defizite und KI kämpfen um dasselbe Kapital

Nach Ansicht von Fink stehen Haushaltsdefizite in Industrieländern in direkter Konkurrenz zur erhöhten privaten Nachfrage, besonders aus der Tech-Branche. Für Energie, Wohnraum, Industrie sowie andere Infrastruktur werden zudem Billionen mehr benötigt. Die US-Staatsverschuldung allein hat einen Rekordwert von 40 Billionen USD erreicht, wie er betont.

„Wenn all diese Investitionen auf eine begrenzte Menge an Kapital treffen, wird das Leihen für alle teurer, egal ob Familien ein Haus kaufen oder Unternehmen investieren wollen“, schrieb Fink.

Die Kosten steigen bereits. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen, die als Richtwert für Hypotheken und Unternehmenskredite dient, ist in diesem Jahr um etwa 1,2 % gestiegen. Sie erreichte Anfang des Monats 5,34 %, den höchsten Stand seit 2002.

Aus seiner Sicht haben große Technologiekonzerne einen Vorteil, weil sie über die größten finanziellen Ressourcen verfügen. Fink argumentiert, ihr Wachstum sollte finanziert werden, ohne dass dabei Kapital aus anderen Bereichen der Wirtschaft abgezogen wird.

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Wie Fink den Kapitalpool erweitern möchte

Einfach Kapital zwischen Vermögenswerten zu verschieben, reicht laut Fink nicht aus. Er schlägt stattdessen drei Schritte vor.

KI-Finanzierung ausweiten: Fink sagt, ein Großteil der Finanzierung für KI-Infrastruktur laufe aktuell über eine kleine Gruppe von Unternehmen und Kreditgebern. Für den tatsächlichen Bedarf reiche das aber nicht. Als ehemaliger Hypothekenhändler schlägt er vor, die Infrastruktur für Rechenzentren ähnlich wie Hypotheken zu verbriefen, damit mehr Investoren den Ausbau finanzieren können. Stromversorgung für KI aufbauen: Fink verweist auf den Ausbau der Energiegewinnung in China und betont, dass günstiger und reichlich verfügbarer Strom genauso wichtig wie die Technologie selbst ist. Daher fordert er schnellere Genehmigungen und gezielte Ausbildung von Elektrikern, Schweißern und Technikern. Mehr Investoren einbinden: Dies ist laut Fink der wichtigste Schritt. Rund vier von zehn Amerikanern besitzen keine Aktien. Mehr langfristige Investoren würden zusätzliches Kapital bringen und mehr Menschen an Wachstum beteiligen.

Warnungen vor einer Blase deuten auf stärkeren Einbruch hin

Fink schreibt, er sei bullisch für die Technologie und Amerikas Fähigkeit, diese zu finanzieren. Er räumt ein, dass es Firmen geben wird, die scheitern, so wie es einst bei Eisenbahn- und Internetunternehmen der Fall war. Dennoch hält er es für denkbar, dass einige Unternehmen jeweils auf einen Wert von 10 Billionen USD kommen könnten.

Andere aktuelle Warnungen beziehen sich direkt auf den KI-Handel. Ray Dalio, Gründer von Bridgewater, nennt KI eine klassische Blase, die kurz vor dem Platzen stehe, und verweist auf Schulden sowie steigende Zinsen.

Joachim Klement, Stratege bei Panmure Liberum, erwartet das Platzen der Blase in 2027 oder 2028. Er warnt, dass ein Abbau die schlimmste Krise seit der globalen Finanzkrise auslösen könnte.

Klement stellt außerdem fest, dass große Technologiekonzerne ihren freien Cashflow angesichts steigender Schuldenkosten weitgehend aufgebraucht haben. Fink hingegen bezeichnet genau diese Unternehmen als finanzstärkste Akteure.

Finks Ausblick hängt von neuer Finanzierung, deutlich schnelleren Genehmigungen und besserer Infrastruktur ab. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, könne die Wirtschaft laut Fink schnell genug wachsen, um ihre Schulden tragbar zu halten.

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