Ein Bundesrichter in Washington hat am 2. September eine Verleumdungsklage von Jake Claver, einem auf XRP fokussierten Influencer, gegen den Content Creator Zach Rector abgewiesen.
Das Gericht entschied, dass die Videos von Rector aus dem Jahr 2025 über Clavers Unternehmen keine rechtlich falschen Aussagen enthielten.
Today, the U.S. District Court for the Western District of Washington granted my motion under Washington's Uniform Public Expression Protection Act, dismissing the existing lawsuit brought against me by Jake Claver. The Court found no actionably false statement in my videos and…
— Zach Rector (@ZachRector7) September 2, 2026
Was Rector in seinen Videos tatsächlich ansprach
Die abgewiesene Klage bezog sich auf drei Videos, die Rector gepostet hatte. Darin warf er Clavers Digital Ascension Group und Digital Wealth Partners Fehlverhalten vor, wie Berichte auf X zeigen. Grundlage für die Videos waren Clavers eigene Eingeständnisse aus einer separaten Klage in New York. Diese hatte der Zahlungsdienstleister Verivend Inc. eingereicht.
In diesem Verfahren räumte Claver laut Gerichtsunterlagen ein, E-Mails, Bestätigungen für Überweisungen sowie einen Screenshot eines Verivend-Wallet-Dashboards mit falschem Guthaben über eine Million USD gefälscht zu haben.
Weitere Gerichtsdokumente belegen, dass Jake Claver zugab, mehrfach Verivend-Mitarbeiter nachgeahmt zu haben, um gefälschte E-Mail-Konversationen zu erstellen.
Richterin Kymberly K. Evanson gab dem Antrag von Rector nach dem Uniform Public Expression Protection Act von Washington statt. Dabei handelt es sich um das Anti-SLAPP-Gesetz des Bundesstaates, das Meinungsäußerungen zu Themen von öffentlichem Interesse schützt.
„Wir sind nicht immer einer Meinung, aber dass Jake Claver Zach Rector, ein weiteres Mitglied der XRP-Community, wegen Kritik an Kursprognosen verklagt und daraus einen Rechtsstreit über 30 Millionen USD macht, nur um am Ende zu erfahren, dass diese Äußerungen geschützt sind, sagt mehr über den Kläger als über die Videos aus...“, sagte ein Nutzer auf X.
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Das Gericht hat alle Vorwürfe von Claver abgewiesen, darunter Verleumdung, unrechtmäßige Einwirkung, Verschwörung und Vertragsbruch, und zwar ohne Präjudiz. Evanson entschied zudem, dass Rector Anspruch auf die Erstattung seiner Anwaltskosten und Prozessausgaben hat. Claver kann bis zum 23. September eine überarbeitete Klage einreichen.
Rector bestätigte die Entscheidung direkt. Das Gericht habe keine falsche Aussage in seinen Videos festgestellt, weshalb ihm eine Kostenerstattung zusteht. Zudem habe Clavers Klage das Recht auf freie Meinungsäußerung zu einem öffentlichen Thema angegriffen.
Ein bekanntes Muster bei Verleumdungsklagen in der Krypto-Branche
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Klage eines bekannten Krypto-Influencers gegen einen Kritiker scheitert. Im Jahr 2022 verklagte BitBoy-Crypto-Gründer Ben Armstrong den YouTuber Erling Mengshoel Jr. alias Atozy, weil dieser ihn in einem Video der Bewerbung eines gescheiterten Tokens beschuldigt hatte.
Armstrong zog die Klage innerhalb weniger Wochen freiwillig zurück, nachdem Atozy über 200.000 USD für seine Verteidigung gesammelt und sich öffentlicher Widerstand gebildet hatte. Anders als bei Claver gab es keine richterliche Entscheidung, sodass hier kein rechtlicher Präzedenzfall entstand.
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BitBoy suing "Atozy" for defamation due to Youtube videos calling him a scammer, Claiming damages in excess of k and emotional distress pic.twitter.com/6t45FXivjp
— db (@tier10k) August 16, 2022
Beide Fälle zeigen dennoch eine wiederkehrende Dynamik in der Krypto-Branche: Verleumdungsklagen gegen kritische Stimmen scheitern oft vor Gericht oder werden zurückgezogen, anstatt vor Gericht zu Erfolg zu führen.
Das Urteil sorgte in der XRP-Community online für starke Reaktionen. Viele Beobachter sahen darin eine deutliche Bestätigung von Rectors Recherchen und eine Warnung davor, Verleumdungsklagen als Druckmittel gegen Kritik innerhalb der Branche einzusetzen.
Lesen Sie die Originalgeschichte US-Richter weist Klage von XRP-Influencer wegen Verleumdung ab: Was bedeutet das? von Luis Blanco auf de.beincrypto.com