Robinhood-Chef Vlad Tenev hat die tokenisierten Aktienprodukte seines Unternehmens im Interview bei CNBC verteidigt und damit erstmals im Fernsehen auf die Kritik von AMC Entertainment-Chef Adam Aron reagiert.
Aron wirft Robinhood vor, nicht registrierte Token, die mit der AMC-Aktie verknüpft sind, ausgegeben zu haben und damit gegen das US-Wertpapiergesetz zu verstoßen. Zudem hat er gedroht, externe Anwälte sowie die SEC einzuschalten.
Ein öffentlicher Streit um Aktien-Token
Die Auseinandersetzung begann, nachdem Robinhood über Robinhood Assets Limited das Angebot für tokenisierte Aktien auf AMC und mehr als 190 andere Unternehmen ausgeweitet hat. Diese Unternehmen haben dafür keinen Vertrag mit Robinhood abgeschlossen.
https://www.youtube.com/watch?v=LAGVrtTyqKAAron reagierte auf der Plattform X deutlich verärgert. Er argumentiert, die Produkte ermöglichen es Robinhood, ein Engagement bei AMC-Aktien ohne Beteiligung des Unternehmens zu schaffen. Das untergrabe die übliche Beziehung zwischen einem Unternehmen und seinen Aktionären.
In my opinion, one that is shared by others, that’s a terrible lapse in your judgement @vladtenev
— Adam Aron (@CEOAdam) September 4, 2026
Playing fast and loose with U.S. securities laws is not something that brings honor to Robinhood. It is not one that adds integrity or credibility to financial markets.
By your… https://t.co/6EIw0tqaeX
„Ich halte diese Praxis für verachtenswert, empörend, widerlich, abscheulich, unentschuldbar, niederträchtig. Wie kann das überhaupt legal sein? Wir haben keinerlei Verbindung dazu und billigen es auch in keiner Weise."
— Aron
Die AMC-Aktie sprang um bis zu 15 % im vorbörslichen Handel, als der öffentliche Streit erstmals bekannt wurde. Trader stiegen sowohl in die Aktie als auch in die entsprechenden Token ein.
Tenev: Emittenten haben nicht die volle Kontrolle
Am Mittwoch erklärte Tenev bei CNBC, dass ein börsennotiertes Unternehmen nicht sämtliche Finanzprodukte kontrollieren kann, die im Umlauf sind, sobald seine Aktien gehandelt werden.
Er beschreibt die Robinhood-Token als Schuldverschreibungen, die im Verhältnis eins zu eins durch die zugrunde liegenden Aktien als Sicherheiten besichert sind. Die Halter der Token erhalten dadurch eine wirtschaftliche Beteiligung an der Aktie, haben aber keine Stimmrechte im Unternehmen selbst.
Auch Robinhoods Chefjustiziar, der frühere SEC-Kommissar Dan Gallagher, widersprach öffentlich und verteidigte die Auslegung des US-Wertpapierrechts durch das Unternehmen.
We know a little something about the U.S. securities laws and will not “DECIST.” Send your lawyers and we’ll educate them. https://t.co/hz8dH2bz8G
— Dan Gallagher (@DanGallagherDC) September 4, 2026
Der Streit wirft eine offene Frage für die Aufsichtsbehörden auf: Kann eine Wertpapierhandelsplattform für jede börsennotierte Aktie einen handelbaren Token auflegen, ohne die Zustimmung des jeweiligen Unternehmens? Die angedrohte Beschwerde von AMC bei der SEC könnte erstmals klären, wo hier die Grenzen liegen.
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