Warum der Kupferpreis fällt, obwohl China einen Rekordaufschlag zahlt

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Warum der Kupferpreis fällt, obwohl China einen Rekordaufschlag zahlt

Chinesische Käufer zahlen aktuell einen Rekordaufschlag von über 200 USD pro Tonne für Kupferimporte. Der Referenzkurs in London fiel am Freitag jedoch auf ein Wochentief.

Bloomberg führte den Rückgang am Freitag auf Verkäufe im Technologiesektor und den höchsten Ölpreis seit April zurück. Doch am physischen Markt wird das Angebot knapper, während sich Kupferbestände in den USA anhäufen.

China zahlt mehr, da die Kupferbestände knapp werden

Der Yangshan-Aufschlag misst die zusätzlichen Kosten, die chinesische Importeure gegenüber den Preisen an der London Metal Exchange (LME) zahlen. Nach Angaben des Kobeissi Letter ist dieser Wert auf über 200 USD gestiegen, was laut Fastmarkets-Daten den Höchststand seit 2017 darstellt.

In dem Beitrag wurde das starke Wachstum mit der hohen Nachfrage in China und Beständen, die unter dem üblichen saisonalen Niveau liegen, in Verbindung gebracht. Verschiedene Daten zeigen, wie angespannt das Angebot aktuell ist.

Laut Kobeissi Letter hat sich der Aufschlag innerhalb von 3 Monaten mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn 2026 ist er zudem um 700 % gestiegen. Chinas Kupferbestände sind laut Bull Theory in einem Beitrag auf X um über 25 % auf 54.356 Tonnen gefallen. Chinesische Hüttenwerke reduzieren ihre Produktion wegen gestiegener Kosten. Bloomberg berichtete, dass die Produktion von raffiniertem Kupfer im dritten Quartal im Jahresvergleich um 1,1 % gesunken ist. Zusätzliches Angebot aus Afrika könnte laut Bull Theory noch 1 bis 2 Monate brauchen, um China zu erreichen.

Global liegen die Kupferbestände immer noch über 1,2 Millionen Tonnen, so Bull Theory. Allerdings macht der Kobeissi Letter darauf aufmerksam, dass ein Großteil davon in den USA liegt.

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Wodurch fallen die Kupfer-Futures?

Kupfer-Futures haben sich derweil entgegengesetzt entwickelt. Die 3-Monats-Kupfer-Futures fielen am Freitag um 1,4 % auf 14.154,50 USD pro Tonne an der LME. Damit liegt der Kupferkurs unter dem Rekordwert vom September von 14.875 USD.

Die Kurse der Miner gaben stärker nach. Southern Copper fiel um 7,42 %, und Freeport-McMoRan verlor am 30. Oktober 5,55 %.

Guangzhou Futures Co. erklärte dies mit Zweifeln an den Investitionen in künstliche Intelligenz (KI).

„Der starke Rückgang bei Technologiewerten hat zu mehr Skepsis am Markt bezüglich der Gewinne durch Investitionen in KI geführt, was die Risikobereitschaft sinken lässt und daher auf den Kupferkurs drückt“, erklärte Guangzhou Futures Co.

Kupfer am Spotmarkt lag am Freitag laut Bloomberg über 170 USD pro Tonne über den 3-Monats-Futures. Kobeissi bezifferte diese Differenz an der LME sogar mit 217 USD, dem höchsten Wert seit Mitte August.

Der Kobeissi Letter sagte, erwartete US-Zölle auf raffiniertes Kupfer hätten Hunderttausende Tonnen in die USA umgeleitet.

„Die Knappheit am physischen Kupfermarkt ist noch längst nicht vorbei“, schrieben die Analysten.

Das Weiße Haus hat bislang noch nicht über den vorgeschlagenen 15%-Zoll auf raffiniertes Kupfer ab Januar 2027 entschieden. Der Shanghai Metals Market (SMM) erwartet, dass die US-Bestände liegen bleiben, solange das Weiße Haus die Einführung des Zolls nicht klar ablehnt.

SMM sieht zudem, dass das knappe Angebot kurzfristig bestehen bleibt. Allerdings, so SMM, wird ein ungünstiges Kursverhältnis zwischen Shanghai und London weitere Aufschlagsteigerungen beim Import ausbremsen.

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