Vor Fed-Sitzung: Ex-Gouverneur Miran hält Zinserhöhung für „seltsam“

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Vor Fed-Sitzung: Ex-Gouverneur Miran hält Zinserhöhung für „seltsam“

Vor der September-Sitzung der Fed erklärte Stephen Miran, ein früherer Gouverneur der Federal Reserve, dass eine Zinserhöhung aktuell ein Fehler wäre. Er argumentierte, dass die jüngsten Inflationsdaten verzerrt seien und daher nicht wirklich erhöht ausfallen.

Im Gespräch bei CNBCs Squawk Box sagte Miran, dass der bevorzugte Indikator der Fed der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) sei. Er erläuterte, dass sich der PCE-Index etwa um einen Prozentpunkt vom Verbraucherpreisindex (CPI) entfernt habe, obwohl beide normalerweise eng verbunden sind.

Portfolio-Gebühren verfälschen das Inflationsbild

Miran sagte, dass der Kern-CPI etwa bei 2,5 % liege, was historisch ein normaler Wert ist. Er erklärte, dass die übliche Differenz von 40 Basispunkten zwischen CPI und PCE den Kern-PCE auf etwa 2,1 % bringen würde.

Der Kern-PCE ist jedoch im Juli um 0,2 % gestiegen. Auf Jahresbasis lag er weiterhin bei 3,3 % und entsprach dem Wert vom Juni. Miran bezeichnete diese Umkehr größtenteils als Messfehler.

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Er führte fast 70 Basispunkte der Differenz auf zwei Faktoren zurück. Zum einen steigen die Gebühren für das Portfoliomanagement automatisch, wenn die Aktienkurse klettern.

Außerdem, so Miran, werden Preissteigerungen bei Software falsch als Inflation bewertet, obwohl es sich durch KI-Verbesserungen eigentlich um Qualitätssteigerungen handelt.

Miran sagte, das Bureau of Economic Analysis (BEA) werde seine Methodik etwas mehr als einen Monat später überarbeiten. Dies passt zu Berichten, die auf eine Überarbeitung Ende September hinweisen. Er erwartet, dass diese Änderung dazu führen wird, dass der Kern-PCE niedriger ausfällt.

Das Federal Reserve Act gibt der Fed laut Miran zwei Ziele vor: maximale Beschäftigung und stabile Preise. Er sagte, dass Zinsanhebungen zur Bekämpfung einer überhöhten Inflation das Risiko unnötiger Arbeitsplatzverluste bergen.

Außerdem erklärte er, die Fed habe die Zinsen im Juni und Juli stabil gehalten, als sich die Inflationsdaten verbessert hatten.

„Es gibt keine Reaktion, die sowohl einen Stillstand im Juni und Juli als auch eine Anhebung im September rechtfertigt."

Stephen Miran, CNBC

Unabhängigkeit der Fed: Der weitere Weg bei Zinserhöhungen

Miran sprach auch über die erste Jackson Hole-Rede von Fed-Chef Kevin Warsh, die diese Woche stattfinden soll. Er betonte, die Fed solle sich weiterhin auf die Ziele Beschäftigung und Preisstabilität konzentrieren und sich nicht in die Fiskalpolitik einmischen.

Der Rückkaufplan der Treasury für Anleihen führt laut Miran dazu, dass Ankäufe am langen Ende der Zinskurve erfolgen. Er findet, dass mehr Liquidität die Marktsignale verbessert, statt sie zu verfälschen, und widerspricht damit anderer Kritik an dem Programm.

Miran sagte außerdem, dass geldpolitische Entscheidungen von heute gezielt die Inflation Ende 2027 beeinflussen sollen. Zinsänderungen wirken laut ihm erst nach etwa 12 bis 18 Monaten auf die Wirtschaft.

Er rechnet nicht damit, dass die aktuellen Verzerrungen so lange bestehen bleiben.

Lesen Sie die Originalgeschichte Vor Fed-Sitzung: Ex-Gouverneur Miran hält Zinserhöhung für „seltsam“ von Darryn Pollock auf de.beincrypto.com