Kangaroo-, Panda- und Dim-Sum-Anleihen: Ausländische Anleiheverkäufe erreichen Rekordwerte in Asien

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Kangaroo-, Panda- und Dim-Sum-Anleihen: Ausländische Anleiheverkäufe erreichen Rekordwerte in Asien

Immer mehr ausländische Kreditnehmer begeben Anleihen in den Anleihemärkten im Asien-Pazifik-Raum. Sogenannte Kangaroo-, Panda- und Dim-Sum-Anleihen haben im Jahr 2026 jeweils Höchststände erreicht.

Kangaroo-Anleihen, die von ausländischen Kreditnehmern in australischen Dollar ausgegeben werden, haben dieses Jahr rund 42 Milliarden USD erreicht. Das ist ein Anstieg um 40% gegenüber 2025, wie LSEG-Daten zeigen, auf die sich Reuters beruft.

Rekorde bei Hongkong- und Yuan-Anleihen

Die Emissionen von Anleihen in Hongkong-Dollar haben im Jahr 2026 ebenfalls eine Rekordhöhe erreicht. Commerzbank, Engie und Singapore Airlines haben dieses Jahr erstmals Anleihen in australischen Dollar oder Yuan begeben, berichtete Reuters.

Auch chinesische Panda-Anleihen auf dem lokalen Markt sowie offshore gehandelte Dim-Sum-Anleihen haben im ersten Halbjahr 2026 Rekorde erreicht. Verkäufe von Panda-Anleihen beliefen sich auf etwa 160 Milliarden Yuan, das entspricht rund 24 Milliarden USD. Dim-Sum-Anleihen erreichten 350 Milliarden Yuan.

Australien geht voran, aber generell gibt es in Asien einen Anleihe-Boom.Australien geht voran, aber generell gibt es in Asien einen Anleihe-Boom. Bildquelle: Reuters

Beide Werte liegen nach Daten von Goldman Sachs, auf die sich Reuters bezieht, mehr als 60% über denen des Vorjahres. Internationale Kreditnehmer machten etwa die Hälfte des Volumens aus.

„Wir haben einen Wendepunkt erreicht, an dem diese Märkte sowohl für lokale Unternehmen als auch zwangsläufig für internationale Akteure deutlich an Bedeutung gewonnen haben."

So äußerte sich Carla Goudge, Leiterin des Debt Syndicate für Asien-Pazifik bei HSBC, gegenüber Reuters.

Yen-Anleihen und der KI-Anleihe-Boom

Auch Verkäufe von Yen-Anleihen durch ausländische Kreditnehmer haben sich dieses Jahr verdoppelt. Ein Großteil des Anstiegs ist auf die Rekord-Anleiheemission von Alphabet zurückzuführen, doch das Emissionsvolumen von Yen-Anleihen liegt selbst ohne diesen Effekt auf einem Siebenjahreshoch.

Globale Anleiheemissionen lagen bis Ende Juli bei mehr als 4 Billionen USD und stiegen damit gegenüber etwa 3,5 Billionen USD im Vorjahr. Steigende Ausgaben für Infrastruktur im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) sowie staatliche Haushaltsdefizite belasten die wichtigsten Anleihemärkte.

Die umfangreichen KI-Investitionen der großen Technologieunternehmen drücken bereits auf den freien Cashflow der Hyperscaler. Dadurch erhöht sich der Druck auf eben jene Anleihemärkte, auf die diese Unternehmen angewiesen sind.

Diese Entwicklung spiegelt zudem Pekings Bestreben wider, den Yuan zu internationalisieren. Sie folgt auf starke Volatilität an den asiatischen Aktienmärkten, darunter den Ausverkauf von Kospi und Nikkei Anfang dieses Jahres.

Vor allem deutsche Autohersteller und europäische Finanzinstitute zählen laut Clifford Lee, globaler Leiter des Investmentbankings bei der DBS in Singapur, zu den besonders aktiven Emittenten von Panda-Anleihen.

Weitere Regierungen nehmen den Panda-Anleihen-Markt ins Visier

Portugal wurde im April die erste Regierung aus dem Euroraum, die eine Dim-Sum-Anleihe platzierte. Der Verkauf erzielte fast 2 Milliarden Yuan, das sind rund 300 Millionen USD.

Laut Rui Amaral von der portugiesischen Schuldenagentur hat Portugal die Erlöse anschließend mit kleinem Spareffekt wieder in Euro getauscht.

Brasilien plant laut Reuters, im Laufe dieses Jahres erstmalig eine Panda-Anleihe zu begeben. Auch Kenia prüft einen Einstieg in diesem Markt.

Lesen Sie die Originalgeschichte Kangaroo-, Panda- und Dim-Sum-Anleihen: Ausländische Anleiheverkäufe erreichen Rekordwerte in Asien von Darryn Pollock auf de.beincrypto.com