Meta-CEO Mark Zuckerberg und Senator Bernie Sanders vertreten völlig unterschiedliche Meinungen zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den USA. Zuckerberg hält eine nationale Aufsichtsbehörde für ungeeignet, während Sanders die Entwicklung fortschrittlicher KI verbieten möchte.
Diese beiden Positionen umrahmen nun die Debatte in Washington. Ein Lager möchte, dass die Branche sich selbst reguliert, das andere fordert, dass die Regierung den Bau von KI-Systemen stoppt.
Zuckerberg: KI-Regulierung würde China einen Vorsprung geben
Laut einem Bericht von POLITICO sprach Zuckerberg in der Woche vom 17. August mit US-Präsident Trump. Zuckerberg sprach sich gegen eine vorgeschlagene Aufsichtsbehörde aus, die nach dem Vorbild der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) aufgebaut werden sollte.
FINRA überwacht Broker in den USA und wird von den Unternehmen finanziert, die sie kontrolliert. Eine KI-Version dieser Behörde würde neue KI-Modelle vor der Veröffentlichung auf Risiken prüfen. Der Leiter von Google DeepMind, Demis Hassabis, hatte diese Idee im Juli bekannt gemacht.
Zuckerberg hatte zudem bereits argumentiert, dass Superintelligenz allen zugänglich sein sollte, nicht nur wenigen Labors.
„Jede Regelung, die amerikanische Modelle ausbremst, könnte das Risiko erhöhen, dass die USA die Führung verlieren, während ausländische Modelle aufholen", sagte Zuckerberg im August.
Sanders setzt das Limit auf menschliches Niveau
Sanders und Abgeordneter Greg Casar stellten am Donnerstag den Gesetzentwurf „Ban Artificial Superintelligence Act" vor. Damit sollen Systeme verboten werden, die menschliche kognitive Fähigkeiten erreichen oder übertreffen.
Das Limit liegt also tiefer, als der Name vermuten lässt. Bereits das Erreichen menschlicher Leistungen würde ein Verbot auslösen.
Der Gesetzentwurf würde außerdem die Entwicklung fortschrittlicher KI stoppen, bis eine neue staatliche Regulierungsbehörde Regeln erstellt hat. Wer dagegen verstößt, könnte bis zu 20 Jahre Gefängnis erhalten.
Sanders hat sich bereits zuvor im Kongress für KI-Regulierung eingesetzt, bislang aber ohne Erfolg.
„Die Zukunft der Menschheit darf nicht in den Händen einiger weniger mächtiger Tech-Oligarchen liegen", sagte Sanders in einer Mitteilung.
Zuckerberg hat den Vorschlag nicht blockiert. Die Regierung prüft weiterhin, ob es eine FINRA-ähnliche Behörde geben soll oder eher eine freiwillige Gruppe aus der Industrie. Berater David Sacks bevorzugt die zweite, mildere Variante und bezeichnet KI-Sicherheitsbedenken als Geschichten.
$META CEO Mark Zuckerberg told President Trump in a private August call that he opposed a proposal to create a national AI regulator, according to Business Insider.
— Wall St Engine (@wallstengine) September 3, 2026
The White House is considering a FINRA-style body that could review and test advanced AI models for risks before… pic.twitter.com/dCNX3Lqf55
Beide Lager akzeptieren mittlerweile einen gewissen Schiedsrichter. Die eigentliche Frage ist, ob jemand den Bau von KI-Anwendungen aussetzt, solange noch Regeln erarbeitet werden.
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