Bitcoin zeigt sich nach zwei Rückschlägen widerstandsfähig, On-Chain-Daten widersprechen

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Bitcoin zeigt sich nach zwei Rückschlägen widerstandsfähig, On-Chain-Daten widersprechen

Bitcoin (BTC) musste innerhalb von 48 Stunden zwei Rückschläge verkraften: eine Zinserhöhung der Fed und eine gescheiterte Abstimmung im Senat. Der Kurs blieb stabil. Ein wichtiger Wert jedoch nicht.

Glassnode hatte die Prüfung der Woche schon vorab festgelegt. Ein zweiter Tagesschluss unter dem True Market Mean würde aus einem Ausrutscher einen Durchbruch machen. Am Mittwoch geschah genau das.

Die Nachrichten trafen sanft ein: Die Spanne brach trotzdem

Der CLARITY Act scheiterte am 15.9. im US-Senat. Das Gesetz hätte festgelegt, welche US-Behörde künftig für digitale Vermögenswerte zuständig ist, und viele Trader hatten darauf mit Zuversicht gesetzt.

Bitcoin-Fonds verzeichneten an diesem Tag Abflüsse in Höhe von 450,33 Millionen USD. Spot-Bitcoin- und Ethereum-Produkte mussten Nettoabflüsse von insgesamt 592 Millionen USD hinnehmen, das waren die höchsten ETF-Nettoabflüsse an einem Tag seit Monaten.

Danach erfolgte der Schritt der Fed. Die Notenbanker erhöhten das Zielband auf 3,75% bis 4,00%. Die Abstimmung war einstimmig. In den Prognosen erwarten jetzt 16 von 18 Verantwortlichen eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr.

Trotzdem stieg der Bitcoin-Kurs nach dieser Nachricht an. Innerhalb weniger Minuten kletterte der Kurs von etwa 75.350 USD auf über 76.100 USD, nachdem die Meldung bekannt wurde.

BTC lag zum Redaktionsschluss bei etwa 76.297 USD, das ist ein Plus von 0,58% in 24 Stunden, aber ein Minus von 2,5% in dieser Woche.

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Bitcoin (BTC) KursentwicklungBitcoin (BTC) Kursentwicklung. Quelle: BeInCrypto Markets

Die Märkte hatten beide Ereignisse bereits eingepreist. Deshalb bewegte sich das Orderbuch kaum. Die Folgen zeigten sich jedoch an den Tagesschlusskursen. Der Bitcoin-Kurs beendete den Mittwoch bei 76.187 USD, das war der zweite Tagesschluss unter dem True Market Mean von 76.700 USD in Folge.

Dieser Wert entspricht dem Durchschnittspreis, den aktive Investoren gezahlt haben. Seit Ende August hatte er für den Bitcoin eine Untergrenze markiert.

Schon am 23.8. und am 10.9. wurde diese Marke unterschritten, doch der Kurs konnte sich beide Male erholen. Einmal zu verlieren war ein Ausrutscher. Zweimal hintereinander gilt als Durchbruch.

„Damit liegt der Kurs nun etwas unter dem Tiefpunkt der Spanne, die seit Ende August gehalten wurde“, meinte Glassnode. „Die nächste relevante Kostengrundlage ist der Short-Term Holder Cost Basis bei 71.300 USD, also der Durchschnittspreis für Coins, die in den vergangenen fünf Monaten gekauft wurden.“

Das Geld blieb schon vor der Abstimmung aus

Die Rallye, die diese Spanne schuf, wurde von neuem Kapital getragen. Dieses Kapital bleibt nun jedoch aus. Der Realized Cap, der alle Coins zum letzten Transaktionskurs bewertet, stieg bis zum 14.9. ganze 27 Tage in Folge. Am 15.9. drehte er ins Minus.

Allein die Abstimmung ist nicht die einzige Ursache. Die Nachfrage nach ETF war bereits in der Woche davor zurückgegangen. Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten zwischen dem 8. und 14.9. Nettoabflüsse von etwa 334 Millionen USD.

Seitdem kam kein neues Geld mehr hinzu. Das Angebot an Stablecoins, das die nächste Aufwärtsbewegung finanzieren könnte, blieb in der Woche stabil bei rund 301 Milliarden USD.

Auch die Käufer, die das Jahr 2025 trugen, sind nicht mehr aktiv. Börsennotierte Unternehmen kauften in drei Monaten etwa 5.900 BTC, im Vergleich zu 89.000 BTC allein im Juli 2025.

Deren durchschnittlicher Einstiegspreis lag bei rund 80.500 USD und damit nun über dem aktuellen Spotkurs. Diese Gruppe sitzt aktuell auf Verlusten und wird wohl nicht aktiv werden.

Bitcoin-Treasury-Käufe sind stark zurückgegangenBitcoin-Treasury-Käufe sind stark zurückgegangen. Quelle: Glassnode

Options-Trader erkennen die gleiche Entwicklung. Innerhalb weniger Stunden nach dem Senatsergebnis wechselte die einwöchige Skew von „Zahlung für Aufwärtspotenzial“ zu „Zahlung für Abwärtspotenzial“.

Wie geht es für den Bitcoin-Kurs weiter?

Nicht alle deuten die Woche als Durchbruch. Laut dem On-Chain-Analysten Willy Woo liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Tief bereits erreicht ist, bei 90%.

„Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass der Boden gebildet ist, bei 90%. Wir befinden uns in einer frühen bullischen Marktphase, weil langfristige Liquidität von Investoren zurückkehrt“, fügte er hinzu.

Diese Einschätzung hängt davon ab, ob langfristige Liquidität zurückkehrt. Allerdings zeigen ETF-Flüsse, Stablecoins und Treasuries derzeit in die entgegengesetzte Richtung.

Die saisonalen Effekte bieten den bullischen Investoren etwas Rückhalt. Analysten nennen den September ein „belangloser Monat“ für den Bitcoin. Viele erwarten den Boden erst im Oktober.

Bis dahin bestimmen die Kursmarken die möglichen Szenarien. Der Widerstand liegt zwischen 83.000 und 86.000 USD, dort ist das Angebot langjähriger Halter am größten. Kaufaufträge finden sich bis etwa 68.000 USD, darunter wird das Orderbuch erst bei etwa 61.000 USD wieder dichter.

Zwei Tages-Schlusskurse über 76.700 USD würden die Preisspanne wiederherstellen, allerdings nur, wenn neues Kapital in den Markt fließt. Ohne dieses Kapital bestimmen 71.300 USD und die Zone zwischen 62.000 und 65.000 USD, wie tief der Kurs fallen kann.

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