Anthropic plant Berichten zufolge, CEO Dario Amodei und seinen Mitgründern Aktien mit besonderen Stimmrechten zu geben. Durch die zusätzlichen Stimmrechte soll das Führungsteam nach dem Anthropic-Börsengang vor Druck vom Aktienmarkt geschützt werden.
Laut The Information soll dies auf Aussagen von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen beruhen. Es wäre das erste Mal, dass die Anthropic-Führung Aktien mit zusätzlichen Stimmrechten hält.
Supervoting-Aktien kommen vor dem Anthropic-Börsengang
Anthropic hat im Juni eine vertrauliche S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die S-1 ist das Dokument, mit dem ein Unternehmen den Börsengang in den USA startet.
Das Unternehmen hat dafür die nötigen Zahlen. Die letzte Finanzierungsrunde bewertete Anthropic mit 965 Milliarden USD. Der Umsatztrend lag Ende Juli bei 65 Milliarden USD, also etwa 25 Milliarden USD mehr als bei OpenAI.
Der Bericht von The Information nennt einen möglichen Börsengang im September, allerdings hat Anthropic bisher keinen Termin bestätigt.
*ANTHROPIC IS PREPARING TO GIVE CEO DARIO AMODEI AND FOUNDERS SUPERVOTING SHARES AHEAD OF ITS IPO: THE INFORMATION
— tradfi news (@tradfi) August 18, 2026
*ANTHROPIC AIMS TO PROTECT ITS LEADERSHIP FROM OUTSIDE SHAREHOLDER PRESSURE BEFORE A POTENTIAL SEPTEMBER IPO
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Warum werden zusätzliche Stimmrechte vergeben? Gründer, die ihr Unternehmen an die Börse bringen, haben oft eine Sorge: Externe Aktionäre könnten kurzfristigen Gewinn wichtiger nehmen als langfristige Pläne.
Google entwickelte im Jahr 2004 das moderne Abwehrmodell. Die Gründer behielten Aktien mit dem zehnfachen Stimmrecht, damit sie auf Quartalszahlen weniger Rücksicht nehmen mussten. Auch Meta übernahm dieses Modell, und Mark Zuckerberg kontrolliert sein Unternehmen bis heute auf diese Weise.
Das SpaceX-Vorbild und ein wichtiger Unterschied
Elon Musk setzte die bislang radikalste Version um. SpaceX wurde am 12. Juni an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX notiert. Laut S-1-Dokument gilt: Öffentlich handelbare Aktien der Klasse A zählen eine Stimme, während Insider mit Klasse-B-Aktien zehn Stimmen erhalten.
Das Ergebnis ist deutlich: Musk hält 48,4% der Anteile, kontrolliert jedoch mehr als 82% der Stimmen. Klasse-B-Aktionäre wählen zudem die Mehrheit im Vorstand.
Im Dokument gibt es auch keine Ablauffrist für diese Sonderrechte. Die zusätzlichen Stimmen bleiben dauerhaft. Außerdem gilt SpaceX unter den Nasdaq-Regeln als kontrolliertes Unternehmen und muss keine unabhängigen Vorstände benennen.
Kurz gesagt, Musk untersteht kaum Kontrolle von außen. Dieses Vorgehen übernimmt Anthropic – jedoch mit einem Unterschied.
Bei Anthropic werden die Sonderstimmrechte auf mehrere Mitgründer verteilt und nicht auf eine einzelne Person. Außerdem existiert bei Anthropic eine Kontrollinstanz, die es bei SpaceX nicht gibt.
Anthropic ist als Public Benefit Corporation organisiert, was heißt, dass ein öffentlicher Auftrag genauso wichtig ist wie der Profit. In der Unternehmensführung gibt es den Long-Term Benefit Trust (LTBT), ein unabhängiges Gremium.
Zu den Treuhändern des LTBT gehört unter anderem der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke. Der Trust hilft bei der Wahl des Vorstands, um Anthropics KI-Sicherheitsmission zu schützen – unabhängig davon, wer die meisten Stimmen hält.
Das öffentliche S-1 wird alle Details zeigen, etwa Stimmverhältnisse und mögliche Laufzeiten der Sonderrechte. Bis dahin bleibt der Deal für künftige Investoren einfach: Sie haben Aussicht auf Gewinn, doch die Gründer behalten das Steuer.
Lesen Sie die Originalgeschichte Anthropic orientiert sich am SpaceX-Börsengang von Elon Musk: Ein entscheidender Unterschied von Lockridge Okoth auf de.beincrypto.com