Goldman Sachs und OKX haben beide den Zugang ihrer Mitarbeitenden in Hongkong zum Claude KI-Modell von Anthropic gesperrt. Die beiden Beschränkungen erfolgten mit einigen Monaten Abstand, aber beide führen letztlich auf dieselben geografischen Zugriffsregeln zurück.
Anthropic schränkt den Zugang zu Claude in Hongkong und Festlandchina ein. OKX und Goldman Sachs trafen jeweils unabhängig voneinander auf diese Begrenzung.
OKX: Verbot erfolgte nach kurzzeitiger Kontosperre
OKX untersagte Mitarbeitenden in Hongkong oder bei Reisen durch China, Claude zu nutzen. Das Verbot kam, nachdem OKXs Unternehmenskonto bei Anthropic kurzzeitig gesperrt worden war, wie Bloomberg berichtete.
We appreciate Anthropic’s constructive engagement as we work together to address this matter and restore our account access.
— Star_OKX (@star_okx) August 19, 2026
OKX is a global crypto and technology company, with major offices in California, New York, London, Dubai, Malta, Istanbul, Singapore, and Hong Kong. Given… https://t.co/TeO72UVYZ9
OKX hat das Konto inzwischen wiederhergestellt. Die Börse leitet Anfragen der Mitarbeitenden in Hongkong nun zu anderen KI-Modellen und nicht mehr zu Claude weiter.
OKX unterstützt die Mitarbeitenden nicht dabei, Claude per VPN während Reisen durch die Region zu erreichen.
Der Zeitpunkt fällt auf. OKX fordert die Mitarbeitenden aktiv dazu auf, täglich KI einzusetzen, und verknüpft deren Nutzung mit der Leistungsbewertung.
Die Börse investiert zudem laut Star Xu, CEO des Unternehmens, monatlich 6 Millionen bis 8 Millionen USD bei verschiedenen Anbietern großer Sprachmodelle (LLM). BeInCrypto hat berichtet, dass OKX und rivalisierende Börsen den Einsatz von KI-Tools für Entwicklerteams vorschreiben.
Goldman Sachs: Bereits Monate zuvor von gleicher Begrenzung betroffen
Goldman Sachs entzog den Mitarbeitenden in Hongkong Anfang 2026 den Zugang zu Claude. Die Bank stellte fest, dass der Anthropic-Vertrag Hongkong nicht abdeckte, wie Bloomberg zuvor berichtete.
Die Einschränkung galt zudem für Beschäftigte im Ausland, die Hongkong besuchten. Softwareentwickler stellten die Mehrheit der Claude-Nutzer bei der Bank.
Goldmans Begrenzung beruhte im Unterschied zu OKX auf einer Vertragsauslegung, nicht auf einer Sperrung. Insgesamt zieht sich die Bank jedoch nicht aus der Zusammenarbeit mit Anthropic zurück.
Goldmans IT-Chef Marco Argenti hat seit Monaten Anthropic-Ingenieure in der Bank eingebunden. Gemeinsam bauen sie KI-Lösungen für den Handel und die Überprüfung von Kunden.
Die Regierung Hongkongs spricht sich für den Einsatz von KI in Finanzunternehmen aus. Allerdings erschweren Beschränkungen von Entwicklern wie Anthropic diesen Fortschritt.
Beide Unternehmen stehen daher vor derselben Beschränkung, die sich aus den geografischen Regeln von Anthropic ergibt. Dies deutet auf ein verbreiteteres Muster hin.
Washington und Peking ringen intensiv um die Vorherrschaft im KI-Sektor. Chinesische KI-Modelle holen weiter zu den US-Entwicklern auf.
Dieser Wettbewerb bewegt US-Unternehmen dazu, noch klarere Grenzen festzulegen, wer ihre Technologie nutzen darf und in welchen Regionen dies möglich ist.
Trotzdem hat keines der beiden Unternehmen bisher klargestellt, ob die Einschränkungen auch für Kunden oder Partner mit Sitz in Festlandchina gelten. Diese Frage gewinnt angesichts geplanter US-China-KI-Gespräche im September an Bedeutung.
Lesen Sie die Originalgeschichte Goldman Sachs, OKX: Kein Zugriff mehr auf Claude AI in Hongkong von Darryn Pollock auf de.beincrypto.com