J.P. Morgan-Stratege: Echte Diversifikation durch KI ist schwer zu finden

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J.P. Morgan-Stratege: Echte Diversifikation durch KI ist schwer zu finden

Gabriela Santos, die Chef-Marktstrategin für Amerika bei J.P. Morgan Asset Management, sagt, dass echte Diversifikation abseits des Trends rund um künstliche Intelligenz (KI) aktuell schwer zu finden ist.

In einem Interview bei CNBCs „Closing Bell Overtime" erklärt Santos, die Investitionen in KI seien so stark gewachsen, dass sie mittlerweile fast jede Anlageklasse betreffen. Dabei seien sowohl Aktien als auch Anleihen und private Märkte gemeint.

Ein Sommer voller harter Lektionen

Santos sagt, die im Sommer nachlassende Dynamik habe im Juli besonders Aktien mit KI-Bezug getroffen und sich bis August fortgesetzt. Dieses Ereignis hat für Investoren mit bullischer Einstellung gegenüber KI eine wichtige Lektion gezeigt.

„Sie können sehr bullisch bei KI sein und müssen dennoch besonders sorgfältig auf die Zusammenstellung Ihres Portfolios achten."

Gabriela Santos, CNBC

https://www.youtube.com/watch?v=F-VWY7QP6Aw

Das bedeutet laut Santos, dass Investoren verstärkt auf Positionsgrößen, den Einsatz von Hebel und Diversifikation achten müssen. Das gilt selbst dann, wenn sie überzeugt sind, dass KI weiter für einen langen Gewinnzyklus sorgen wird.

Santos ergänzt, dass der Ausbau der KI-Anwendungen ständig im Wandel ist. Übliche Sektor-Gruppierungen seien daher weniger verlässlich. Große Cloud-Anbieter, Chip-Hersteller und Software-Unternehmen entwickeln sich zunehmend unabhängig, anstatt geschlossen Kursbewegungen zu zeigen.

Diese Sorge ähnelt anderen Warnungen an der Wall Street. Ein bekannter Investor meinte, der Markt verhalte sich inzwischen wie ein einziger KI-Handel.

Wo Diversifikation noch funktioniert

J.P. Morgan hat einen KI-Faktor-Korb erstellt, um zu prüfen, wie stark Vermögenswerte und Portfolios dem allgemeinen KI-Trend folgen. Santos sagt, die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Vermögenswerte sich inzwischen gemeinsam bewegen.

Echte Diversifikation gibt es kaum noch und findet sich vor allem bei US-Staatsanleihen, Gold, Immobilien mit solider Grundlage und europäischen Aktien. Diese Knappheit erinnert an aktuelle Warnungen über den Rückgang der Diversifikation zwischen Aktien und Anleihen.

Früher sorgten Anleihen verlässlich für einen Ausgleich im Portfolio, wenn es zu einer Rezession kam. Zwei Jahrzehnte nach der Finanzkrise reichten niedrige Zinsen aus, damit Anleihen diese Funktion alleine erfüllten.

Doch laut Santos ist diese Dynamik anders geworden. Die Konkurrenz um Kapital ist zurückgekehrt. Dazu kommen Angebotsschocks, Inflation und eine stärkere Volatilität bei den Zinsen. Investoren brauchen daher zusätzliche, inflationsresistente Vermögenswerte, um ihr Portfolio sinnvoll zu ergänzen.

Ob diese Mischung Bestand hat, hängt laut Santos davon ab, wie sich die Ausgaben im KI-Bereich im weiteren Jahresverlauf entwickeln.

Lesen Sie die Originalgeschichte J.P. Morgan-Stratege: Echte Diversifikation durch KI ist schwer zu finden von Darryn Pollock auf de.beincrypto.com