CLARITY-Act-Todesuhr: Krypto-Lobby sieht in Washington nur leere Drohungen

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CLARITY-Act-Todesuhr: Krypto-Lobby sieht in Washington nur leere Drohungen

Republikanische Senatoren sagen laut Semafor, dass der CLARITY Act wahrscheinlich scheitern wird, wenn der Senat nächste Woche wieder zusammentritt. Die Lobby-Vertreter der Krypto-Branche sehen diese pessimistische Einschätzung jedoch eher als Verhandlungstaktik und nicht als tatsächliches Abstimmungsergebnis.

Der Digital Asset Market Clarity Act soll entscheiden, welche US-Behörde den Handel mit Kryptowährungen kontrolliert. Der Gesetzentwurf wurde noch nie dem gesamten Senat zur Abstimmung vorgelegt. Grund für die Blockade ist eine Ethikregelung, die US-Präsident Trump und seine Familie betrifft.

Namentlich genannte Republikaner nennen das Scheitern ein Datum

Senator Mike Rounds aus South Dakota sagte gegenüber Semafor, dass die Aussichten schlecht seien. Zwei demokratische Mitarbeiter erklärten, dass es seit Juli kaum Fortschritte bei den Verhandlungen über die Ethik-Klausel gebe.

„...wenn es im Weißen Haus kein Interesse gibt, die Lücke bei der Ethikregelung zu überbrücken, wird das scheitern", berichtete Semafor und zitierte dabei Senator Thom Tillis aus North Carolina.

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Die Senatoren stimmen am 15. September, Dienstag, um 14:15 Uhr ET ab. Diese Abstimmung braucht 60 Befürworter und eröffnet nur die Debatte, sie kann das Gesetz nicht direkt verabschieden. Das Weiße Haus sagt, Trump wolle das Gesetz weiterhin und habe bereits weitreichende Ethikregelungen akzeptiert.

Senator Roger Marshall aus Kansas fügte hinzu, dass Wähler ihm gegenüber dieses Gesetz zu Hause nie ansprechen.

Demokraten sehen das anders. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos im August fand heraus, dass die meisten Amerikaner es ablehnen, dass die Familie des Präsidenten mit digitalen Vermögenswerten Geld verdient.

Die Lobby meint, die Aussagen sind Taktik

Alexander Grieve, Vizepräsident für Regierungsangelegenheiten beim Krypto-Investmentunternehmen Paradigm, sieht die negative Stimmung als Taktik. Er meint, Politiker äußern sich pessimistisch gegenüber Journalisten, um in letzter Minute noch Zugeständnisse vom Weißen Haus oder der Senatsführung zu bekommen.

I think anyone who thinks CLARITY passage likelihood is near zero is making the mistake of reading commentary literally from unnamed staffers who aren't in the conversation (or who are trying to shape narrative), or Members positioning in the press to get last-minute priorities… https://t.co/v3EFwdBnu4

— Alexander Grieve (@AlexanderGrieve) September 8, 2026

Bankenlobbys und Werbegelder werden seiner Meinung nach weiterhin vor der Abstimmung eingesetzt, was bei einem für gescheitert gehaltenen Vorhaben ungewöhnlich wäre. Das enge Zeitfenster sieht er allerdings als echtes Problem.

„Aber das Vorhaben ist nicht tot, keinesfalls", betonte Grieve.

Trader teilen die Ansicht der Senatoren. Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 in Kraft tritt, derzeit mit 16%. Zu Beginn dieses Jahres lag sie noch bei mehr als 75%.

Wahrscheinlichkeit für das Zustandekommen des Clarity Acts laut Tradern. Quelle: PolymarketWahrscheinlichkeit für das Zustandekommen des Clarity Acts laut Tradern. Quelle: Polymarket

BeInCrypto berichtete bereits im August, dass der Gesetzentwurf wohl an der Abstimmung in diesem Monat scheitern wird und Forschungsteams bei Grayscale sehen die Branche auch ohne neue Gesetze vorankommen.

Der Senat macht dann fast den kompletten Oktober Pause, bevor am 3. November die Zwischenwahlen anstehen. Die Abstimmung am Dienstag zeigt, ob es wirklich Verhandlungen zur Ethik-Klausel gab oder diese von Anfang an eine unüberwindbare Hürde darstellte.

Lesen Sie die Originalgeschichte CLARITY-Act-Todesuhr: Krypto-Lobby sieht in Washington nur leere Drohungen von Lockridge Okoth auf de.beincrypto.com