USD erreicht höchsten Stand seit 18 Monaten: Analysten diskutieren über eine wichtige Trendlinie

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USD erreicht höchsten Stand seit 18 Monaten: Analysten diskutieren über eine wichtige Trendlinie

Der US-Dollar-Index (DXY) lag am Montagmorgen bei etwa 102,2 und damit nahe dem 18-Monats-Hoch, das er in der vergangenen Woche erreicht hatte. Investoren bleiben vorsichtig, da der Konflikt im Nahen Osten sich verschärft und wichtige US-Inflationsdaten bevorstehen.

Analysten sind uneinig, ob die Rallye nun an einer langfristigen Trendlinie stoppt oder ein mehrjähriger Aufwärtstrend weitergeht.

US-Dollar-Index (DXY) Tages-Chart.US-Dollar-Index (DXY) Tages-Chart. Quelle: TradingView

Chart-Beobachter uneinig über die weitere Entwicklung des Dollars

Die Rallye folgt auf einen September, in dem der Index fast 2% zugelegt hat. Im Tages-Chart stieg der DXY Anfang September von etwa 98,8 auf über 102. Damit überwand der Index auch das Hoch aus dem Juli von annähernd 101,6.

Trotzdem rechnet der Makro-Stratege Gert van Lagen damit, dass der Anstieg an einer Trendlinie stoppt, die der Index im vergangenen Jahr durchbrochen hatte.

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#DXY is all set for a sharp rejection. 📉

Finally a bearish retest with macro implications, i.e. a weekly close at the trendline through the 2023 and 2024 weekly closes. pic.twitter.com/YEqPe6jYZe

— Gert van Lagen (@GertvanLagen) October 10, 2026

Sweep, Mitgründer von GlydeGG, bezeichnete die Bewegung außerdem als bärischen Retest. Er erwartet eine Abweisung, was aus seiner Sicht bullisch für Krypto und Aktien wäre.

Ein anderer Analyst argumentiert dagegen, dass sich der DXY weiterhin in einem 18-jährigen Bullenmarkt befindet. Seiner Einschätzung nach begann diese Phase mit einem Rekordtief bei 70,698 am 17. März 2008. Er ergänzt, dass die Rallye noch mehrere Jahre anhalten könne, da sich der Index einer vierteljährlichen Golden Cross nähert.

Trader Alejandro rechnet ebenfalls mit einem stärkeren Dollar, was direkte Auswirkungen auf digitale Vermögenswerte habe.

„Ich glaube, der Dollar bereitet sich auf einen weiteren größeren Anstieg vor. Ein stärkerer Dollar verschärft die Finanzbedingungen und setzt risikoreiche Vermögenswerte wie Krypto und Altcoins häufig unter Druck“, sagte er.

Inflationsdaten am Mittwoch sind entscheidend für Fed-Entscheidung im Oktober

Abseits der Charts rückt der Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch in den Fokus. Am Donnerstag folgen die Produzentenpreise und Einzelhandelsumsätze, bevor am 28. Oktober die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve ansteht.

Die Fed erhöhte den Leitzins am 16. September auf eine Spanne von 3,75% bis 4,00%. Es war die erste Zinserhöhung der Zentralbank seit Juli 2023.

Trader haben Investitionen auf eine weitere Zinserhöhung seitdem zurückgefahren. Zum Redaktionszeitpunkt lag laut CME FedWatch die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause in diesem Monat bei 82,8%. Einen Monat zuvor lag sie bei 51%, während die Chance für eine Erhöhung bei 42,5% stand.

Wahrscheinlichkeiten für Fed-Zinserhöhung im OktoberWahrscheinlichkeiten für Fed-Zinserhöhung im Oktober. Quelle: CME FedWatch

Gleichzeitig zeigen frühe Oktober-Daten einen erneuten Rückgang des Verbrauchervertrauens. Der Index der University of Michigan fiel in der vorläufigen Oktober-Auswertung auf 46,3 und damit auf ein Fünfmonatstief. Im Vergleich lag dieser Wert im September noch bei 48,1, da haushaltliche Belastungen durch höhere Lebenshaltungskosten zunahmen.

Barclays-Analysten sehen Potenzial, dass die Dollar-Rallye ins Stocken geraten könnte, wobei kurzfristig auch ein Rückgang möglich ist. Sie verweisen auf Volatilität am Anleihemarkt, die weltweit zu strengeren Kreditbedingungen führt. Die Analysten meinen zudem, dass dieser Druck die Fed zu vorsichtigeren Aussagen vor dem 28. Oktober bewegen könnte, besonders wenn der CPI niedriger als erwartet ausfällt.

Barclays begründet das mögliche Nachgeben des Dollars auch mit einem schwachen CPI-Wert. Damit werden die Daten am Mittwoch zum entscheidenden Test für Trader, egal auf welcher Seite der Trendlinie sie stehen.

Krypto-Märkte haben ein Interesse an der Richtung des Dollars

Bitcoin (BTC) hat sich in der Vergangenheit oft entgegengesetzt zum Dollar bewegt, daher belastet ein stärkerer Dollar meist den Bitcoin-Kurs. Im September galt dieses Muster jedoch nicht: Bitcoin legte um 6,14% zu, obwohl der Dollar-Index fast 2% gestiegen ist.

Im Oktober verlief es für digitale Vermögenswerte bislang schwierig. Der gesamte Krypto-Markt hat in diesem Monat rund 1,4% verloren, was auf höhere Renditen, steigende Ölpreise und Verkäufe durch Fonds zurückgeführt wird.

Wenn der USD an der Trendlinie abgelehnt wird, würde eine Quelle des Drucks auf den Bitcoin-Kurs nachlassen, da der Zusammenhang umgekehrt ist. Ein Ausbruch hingegen würde zeigen, ob die Stärke aus dem September sich erneut zeigt, auch wenn der USD auf noch höheren Werten steht.

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