Der Krypto Fear and Greed Index ist am Donnerstag auf 62 gestiegen, ein Wert, der für Gier steht. Damit wurde der Wert von gestern mit 46 deutlich übertroffen. Der Anstieg um 16 Punkte an einem Tag zählt zu den stärksten Veränderungen beim Sentiment im Jahr 2026.
Bitcoin (BTC) war der Auslöser für die Entwicklung. Die größte Kryptowährung legte in 24 Stunden um 8,8% zu und notierte nahe bei 69.803 USD, während Ether und andere große Coins sogar noch stärker zulegten.
Was den Krypto Fear and Greed Index in den Bereich Gier trieb
Der Index kombiniert fünf Faktoren. Zwei davon sind besonders wichtig: Volatilität und Marktdynamik machen jeweils 25% des Index aus. Beide Werte haben sich deutlich verändert, sobald die Kurse stiegen.
Ether (ETH) führte mit einem täglichen Wachstum von 18,5% auf 2.259 USD unter den großen Coins. Solana (SOL) kletterte um 11,9% und XRP stieg um 11,2%. Währenddessen lag die Marktkapitalisierung von Bitcoin wieder bei rund 1,4 Billionen USD.
Die Skala reicht von null bis 100. Werte über 50 zeigen Gier an. Scores ab etwa 25 bedeuten Extreme Angst. Der Wert am Donnerstag war der höchste im 30-Tage-Chart des Index. Wöchentliche Umfragen unter Investoren und die Bitcoin-Dominanz fließen als kleinere Faktoren ein.
Shortseller beschleunigten den Anstieg. Rund 1,23 Milliarden USD an bärischen Positionen wurden während der überraschenden Krypto-Rallye aufgelöst, sodass Trader zu höheren Preisen zurückkaufen mussten.
Social-Media-Aktivität und Google-Suchanfragen, die zusammen ein Viertel des Index ausmachen, steigen nach solchen Bewegungen meist deutlich an. Daher könnte der Wert noch weiter steigen, bevor eine Abkühlung erfolgt.
Warum diese schnelle Veränderung beim Sentiment weiterhin Vorsicht verlangt
Der Zusammenhang ist hier wichtig. In der vergangenen Woche stand der Index bei 29 und vor einem Monat bei 25, also tief im Bereich Extremer Angst. Trader verharrten fast den gesamten Juli und Anfang August unter 35.
Allerdings hat sich die Liquidität nicht so schnell erholt wie das Sentiment. Laut Daten zu Stablecoin-Beständen auf Börsen sind die Stablecoin-Bestände auf den Plattformen um etwa 20% gesunken. Weniger Geld steht daher bereit, um die nächste Verkaufswelle aufzufangen.
Gegenteil-Investoren betrachten Extreme in beide Richtungen. Ende Juni argumentierte Tom Lee, Leiter der Forschung bei Fundstrat, dass das Krypto-Sentiment unter die Niveaus nach dem FTX-Kollaps gefallen sei. Die Hinweise auf Hochpunkte der Marktfurcht wirken heute eher verfrüht als falsch.
Andere Trader beachten eher die Marktstruktur als das Sentiment. Die Bitcoin-Dominanz hat den Support seit Juli getestet, was die Debatte um die Altcoin-Saison offenhält. Im Gegensatz zu den Stimmungsindikatoren hat sich dieses Signal kaum bewegt.
Leverage wirkt in beide Richtungen. Die gleichen Short-Liquidationen, die die Kurse steigen ließen, sorgen nun dafür, dass es weniger Bären für den nächsten Squeeze gibt. Eine ruhige Periode könnte die Werte für Volatilität und Dynamik schnell wieder sinken lassen.
Ein Tag mit einem Wert im Bereich Gier bedeutet allein noch nichts. Dennoch bewegt sich der Index selten 16 Punkte, ohne dass danach eine Folgebewegung in die eine oder andere Richtung erfolgt. Die nächsten Werte werden zeigen, ob Käufer engagiert bleiben oder ob genauso schnell wieder Angst aufkommt.
Lesen Sie die Originalgeschichte Crypto Fear and Greed Index: Von Angst zu Gier über Nacht von Phil Haunhorst auf de.beincrypto.com