Stablecoin-Reserven auf Börsen fallen um 20%: Bärenmarkt entzieht Liquidität

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Stablecoin-Reserven auf Börsen fallen um 20%: Bärenmarkt entzieht Liquidität

Die Stablecoin-Bestände auf zentralisierten Börsen sind auf etwa 64 Milliarden USD gesunken, das bedeutet ein Rückgang um ungefähr 16 Milliarden USD gegenüber dem Höchststand von fast 80 Milliarden USD Ende 2025, wie Daten von CryptoQuant zeigen.

Dadurch befindet sich weniger verfügbares Kapital auf den Börsen, das für Käufe bereitsteht. Das verbleibende Kapital ist zudem auf weniger Handelsplätze verteilt, wobei Binance allein 68,5% der Stablecoin-Liquidität auf den Börsen stellt.

Binance: Stärkere Rolle trotz schrumpfender Liquidität

Laut CQ Research ist Binance „deutlich widerstandsfähiger“ als andere große Börsen. Die Bestände bei Coinbase, Bybit, OKX und kleineren Handelsplätzen sind stärker zurückgegangen.

Diese Entwicklung hat den Marktanteil von Binance von etwas mehr als 60% Ende 2025 auf aktuell 68,5% steigen lassen. Binance sichert sich damit einen größeren Teil eines schrumpfenden Marktes.

„Durch diese Entwicklung konnte Binance sogar seinen Marktanteil ausbauen, obwohl die eigene absolute Liquidität ebenfalls gesunken ist. Das zeigt, dass der aktuelle Abwärtstrend die gesamte Liquidität verringert und zugleich das verbleibende Kapital stärker bündelt“, heißt es im Bericht.

Marktanteil von Binance an den Stablecoin-Reserven auf BörsenMarktanteil von Binance an den Stablecoin-Reserven auf Börsen. Quelle: CQ Research 

CryptoQuant hat den gleichen Trend bereits im Februar festgestellt. Damals lagen 65% der erfassten Bestände mit insgesamt 47,5 Milliarden USD in Stablecoins bei Binance.

Die Konzentration spiegelt sich ebenfalls im Orderbuch wider. Im zweiten Quartal hat Binance laut CoinGecko 38,7% des Spot-Handelsvolumens zentraler Börsen abgedeckt. Bybit folgt mit fast 10% auf dem zweiten Platz.

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Angst-Sprache breitet sich aus, obwohl das Sentiment steigt

Der Rückgang der Liquidität fällt mit einer Verschlechterung des Retail-Sentiments zusammen. Das Blockchain-Analyseunternehmen Santiment berichtete letzte Woche, dass bärische Begriffe sich in sozialen Netzwerken verbreiten.

„Die Diskussion über das Ende von Krypto nimmt wieder zu. Das ist eine Angstsprache. Sie taucht meist auf, wenn Anleger zunehmend ungeduldig werden, Kurse stagnieren und Trader eine kurzfristige Schwäche als dauerhaftes Scheitern deuten“, erklärte das Unternehmen.

Santiment merkte zudem an, dass Kryptomärkte oft ihre stärksten Bewegungen zeigen, wenn Investoren besonders überzeugt sind, dass keine weiteren Anstiege folgen.

„Wenn die ‚Krypto ist tot‘-Rufe aufkommen, während Bitcoin wichtige Bereiche hält, große Halter weiterhin akkumulieren und Zwangsverkäufer weniger werden, entsteht daraus häufig eine bessere Gelegenheit für geduldige Käufer“, heißt es weiter.

Der Crypto Fear and Greed Index zeichnet ein anderes Bild. Der Wert lag am Mittwoch bei 46, damit noch im Angstbereich, aber deutlich über dem Tief der Vorwoche. Laut Alternative.me stand der Index vor einer Woche bei 27 und vor einem Monat bei 29. Am Dienstag schloss er mit 41.

Was bedeutet ein rückläufiges Angebot für die Märkte?

Stablecoins dienen als wichtigste Referenzwährung für Krypto-Handelspaare. Das gesamte Angebot stellt die am leichtesten verfügbare Kaufkraft auf der Blockchain dar. Sinkt diese Menge, stehen weniger Mittel bereit, um Verkaufsdruck abzufedern oder Kursanstiege zu ermöglichen.

Laut Daten von DefiLlama ist das Gesamtangebot von Stablecoins von fast 316 Milliarden USD im Mai auf aktuell 300,89 Milliarden USD gefallen. USDT steht bei 182,95 Milliarden USD, USDC bei 71,97 Milliarden USD.

Dieser Rückgang von 4,8% im Gesamtmarkt ist deutlich geringer als die 20% Abfluss von den Börsen. Die Lücke legt nahe, dass viel Liquidität zwar von den Börsen abzieht, aber weiterhin auf der Blockchain verbleibt und nicht komplett aus dem Kryptomarkt abfließt.

Zudem sind historische Extremwerte bisher nicht erreicht. Das Angebot an Stablecoins sank zwischen April 2022 und August 2023 um 34% in einer langanhaltenden Abwärtsphase, während der Bitcoin-Kurs im gleichen Zeitraum um 43% zurückging. 

Der aktuelle Rückgang ist daher deutlich milder. Sollte dieser Abwärtstrend weiter anhalten und sich historischen Extremen nähern, könnte das auf eine stärkere Verringerung der verfügbaren Kaufkraft hindeuten und zusätzlichen Druck auf Bitcoin sowie den Gesamtmarkt ausüben.

Momentan deutet die relativ moderate Verknappung darauf hin, dass der Markt noch nicht in einer Liquiditätskrise wie 2022 und 2023 steckt. Entscheidend bleibt, ob sich das Angebot an Stablecoins stabilisiert oder ein tieferer Rückgang folgt, besonders wenn die Bestände auf Börsen weiter abnehmen.

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Lesen Sie die Originalgeschichte Stablecoin-Reserven auf Börsen fallen um 20%: Bärenmarkt entzieht Liquidität von Kamina Bashir auf de.beincrypto.com